Anlagepolitik – Attraktive Bewertungen
Ökonomie
Der zerrüttete US-Immobilienmarkt, die überschuldeten Staatshaushalte sowie die massiven Sparmassnahmen der Industrieländer fordern weiter ihren Tribut: Die Wirtschaftstätigkeit in Europa und den USA verliert deutlich an Dynamik und dürfte auch in den kommenden Quartalen zähflüssig verlaufen.
Der Westen steht zwangsweise vor einem langjährigen Reformationsprozess um den steigenden Staatsverschuldungen Einhalt zu gebieten. Die prognostizierten Wachstumsraten werden in vielen Ländern nicht ausreichend sein, um die Haushaltsbilanzen innert vernünftiger Frist ins Gleichgewicht zu bringen. Ein Austritt einzelner Mitglieder aus der europäischen Währungsunion mit gleichzeitig massiver Abwertung der eigenen Währung scheint unabwendbar. Die Märkte erkennen die Schulden- und Zinseszinsdynamik zusehends und fordern im Gegensatz zu den politischen Instanzen verstärkt konsequente Lösungen.
Auch die Schweiz kann sich dem verändernden Umfeld nicht entziehen. Die weitere Aufwertung des Schweizerfrankens hinterlässt zudem deutliche Bremsspuren in den Gewinnausweisen der Unternehmen und verlangt kontinuierliche Verbesserungen der Kostenstrukturen. Trotz negativer Währungseffekte sorgen globale Ausrichtung, Innovationskraft und hohes Qualitätsbewusstsein für eine beachtliche Wirtschaftsleistung.
Die expandierenden Schwellenländer sorgen mittel- und langfristig für eine global moderat wachsende Konjunktur bei geringen Teuerungsraten.
Anlagepolitik
Mit den schwachen makroökonomischen Wirtschaftszahlen haben sich die Konsenserwartungen für Börsen und Konjunktur wieder deutlich reduziert, was durch die tiefen Aktienbewertungen zum Ausdruck kommt. Attraktive Kennzahlen (Risikoprämie für Aktien noch immer nahe historischem Höchststand) bei gleichzeitig zurückhaltenden Erwartungen und tiefen Inflationsaussichten bilden eine gute Basis für Investitionen. Nicht territorial gebundene, erstklassige Unternehmen mit sicheren und hohen Dividendenrenditen verfügen über grosses, langjähriges Kurspotenzial und stehen entsprechend im Fokus unserer Anlagetätigkeit. Für den Investor gilt: Die grossen langfristigen Risiken liegen bei den Staaten, nicht bei den Unternehmen!
Das deflationäre Umfeld sowie die steilen Zinskurven sprechen auch für solide Unternehmensanleihen. Gleichzeitig bauen wir bei den festverzinslichen Anlagen den Fremdwährungsanteil weiter leicht aus. Der US-Dollar und auch der Euro dürften gegenüber dem Schweizerfranken mittel- bis langfristig wieder deutlich über dem aktuellen Niveau notieren. Der Weg bis dahin kann allerdings lang und zermürbend ausfallen.
Die wichtigste Eigenschaft eines langfristig erfolgreichen Investors bleibt die Geduld!
Zürich, 7. Juli 2011
